Am 8. Mai beteiligen wir uns als Alerta Network natürlich an den Feierlichkeiten zum Tag der Befreiung. Alle Fans sind herzlich eingeladen sich an den Aktionen, der Party und der Demo zu beteiligen. Gruppen die den Aufruf des “Bündnis 8.Mai” unterstützen wollen, können sich gerne an uns wenden. Das könnte ein spannendes Wochenende werden: Hansa Pöbel wird bereits in der Stadt rumturnen und Pro NRW möchte gerne auch noch ihren Wahlkampf in Düsseldorf abschließen. Wir werden sehen.

Ablauf am 8.Mai:

10:30Uhr

Gemeinsames Gedenken an die Opfer des Faschismus am Dr. Waldemar-Spier-Platz (Arena Vorplatz), mit kurzen Redebeiträgen aus der Fanszene. Bitte bringt rote Nelken mit!!! Danach gemeinsame Fahrt zum Startpunkt der Demo.

12:00Uhr

Demonstration zum Tag der Befreiung. Treffpunkt: DGB-Haus, Friedrich-Ebert-Strasse. Die Demoroute wird an zahlreichen Orten faschistischen Verbrechens und des Widerstandes vorbeiführen. Am Endpunkt wird es ein kleines Strassenfest geben.

ab 16Uhr

Party und Konzert im Linken Zentrum “Hinterhof” (Corneliusstr. 108): Mit Sektempfang, Cocktailbar, Info- und Merchständen, veganer Vokü, Kicker, Live Musik(ab 19Uhr) und Party.

Bands: Pol Mac Adaim (Folk aus Irland), Cartouche (Punkrock aus Paris), Bobby Six Killer (Early Reggae,Ska, Rocksteady aus Nancy)

danach Nighter mit Cable Street Beat Soundsystem und George-O-Rama (Berlin)

Aufruf des „Bündnis 8. Mai“
DEMONSTRATION

zum 65. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus

KEIN VERGEBEN-KEIN VERGESSEN
Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg

In der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 kapitulierte die faschistische deutsche Wehrmacht. Eines der brutalsten Regime der Menschheitsgeschichte war besiegt: Durch den antifaschistischen Widerstandskampf, die Illegalen, die KämpferInnen in den Zuchthäusern und KZ´s, welche noch unter schwierigsten Bedingungen die Rüstungsproduktion sabotierten, durch die PartisanInnen, Überläufer, Kriegsdienstverweigerer und die KämpferInnen der Armeen der Antihitlerkoalition. Die Hauptlast trugdabei die Bevölkerung der Sowjetunion und die Rote Armee.

Dieser Tag ist für uns und Millionen Menschen ein Freudentag!

Aber wir gedenken am 65. Jahrestag der Befreiung auch den über 60 Millionen Toten in vielen Ländern dieser Welt. Insbesondere den Millionen Jüdinnen und Juden, den Sinti und Roma, den zahlreichen Linken und den vielen vielen anderen, die in Konzentrationslagern vergast und industriell vernichtet wurden. SS und Wehrmacht hinterließen in den besetzten Ländern eine Spur der Zerstörung und des Todes-mit Billigung und Unterstützung deutscher Unternehmen, wie Thyssen, Krupp, Siemens, IG-Farben, Deutscher Bank und vielen anderen, die an der Ausplünderung der überfallenen Länder, an der Sklavenarbeit, an Aufrüstung, Krieg und Massenmord Unsummen verdient haben.

1945 schworen viele Menschen unterschiedlicher politischer Orientierung und sozialer Herkunft auch in Deutschland die Ursachen von unmenschlicher Barbarei entschlossen zu bekämpfen, um Krieg und Faschismus nie wieder zuzulassen. Doch gerade im Westen Deutschlands wurden viele Nazi- und Kriegsverbrecher rehabilitiert. Dadurch wurden die alten Macht- und Eigentumsverhältnisse wieder hergestellt und später schließlich mit der deutschen Wiederbewaffnung begonnen. Während Altnazis, Wehrwirtschaftsführer, Nazimilitärs- und Juristen wieder in höchste Staats- und Verwaltungsämter zurückkehrten, wurden hunderttausende Gegner der Wiederbewaffnung und Restauration, die ihrer antifaschistischen Überzeugung treu geblieben waren, erneut verfolgt, diskriminiert, kriminalisiert und in vielen Fällen zu langen Gefängnis- und Zuchthausstrafen verurteilt.

Notwendig ist eine Politik, die richtungsweisende Konsequenzen aus der Befreiung vom
Faschismus zieht und sich den historischen Fakten stellt.

Verschweigen, vertuschen und verharmlosen der faschistischen Greueltaten waren und sind bis heute allgemeine Realität in Politik, Literatur, Film und anderen Medien. Gesellschaftliche Hintergründe des Faschismus sowie die Zusammenhänge von Kapital und faschistischer Herrschaft werden weitgehend verschwiegen oder verfälscht. Antifaschismus wird delegitimiert. Die unsägliche und
unwissenschaftliche Totalitarismusdoktrin, ist durch den neuen „Extremismusbegriff“ nun wieder offizielle Staatsdoktrin. Gedenkstätten und Orte faschistischer Verbrechen werden umgewidmet, TäterInnen werden durch sogenannte Vertriebenenverbände und ihre politischen Repräsentanten zu Opfern erklärt. Geschichte wird verklärt und für revisionistische Zwecke nutzbar gemacht, durch das Herausreißen einzelner Ereignisse aus historischen Gesamtzusammenhängen.

Dies ist der Nährboden für das Erstarken neonazistischer Parteien und Organisationen, begünstigt durch eine Politik kapitalistischer Krisenbewältigung mit Sozial- und Arbeitsplatzabbau, Abbau sozialer Rechte, Ausbau des staatlichen Repressionsapparates, der faktischen Abschaffung des Asylrechts und einer Abschottung durch die Festung Europa. Antisemitismus und Rassismus sind bis in die sogenannte gesellschaftliche Mitte, sogar in den Gewerkschaften, auch 65 Jahre nach der Befreiung gesellschaftliche Realität. Erschreckende Wahlerfolge neonazistischer und anderer rassistischer Organisationen zeigen:

„Der Schoß ist fruchtbar noch“ (B. Brecht)

Wir finden uns nicht damit ab, dies als gesellschaftliche Normalität zu akzeptieren. Es bleibt dabei: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Wir sind der Auffassung, dass sämtliche Nazi- und deren Nachfolgeorganisationen nach 1945 verboten wurden und sofort aufzulösen sind. Aktuell wird von der schwarz-gelben Regierung der Fokus auf den sogenannten „Linksextremismus“, als die vermeintliche Gefahr gerichtet. Fast wöchentliche neonazistische Aufmärsche, von Gerichten erlaubt-von Polizisten geschützt und 149 rassistische Morde seit 1990 stehen der Kriminalisierung antifaschistischen Widerstandes gegenüber. Wir lassen uns jedoch nicht einschüchtern und stellen uns auch weiter allen alten und neuen Nazis in den Weg, wo immer es nötig ist. Widerstand braucht Kontinuität!

Gegen die Verharmlosung von Krieg und Militarismus!

Deutschland führt wieder Angriffskriege, getarnt als „Krieg gegen den Terror“ oder als „humanitäre Intervention“. Entgegen allen Lehren aus der faschistischen Gewaltherrschaft beteiligt sich die Bundesrepublik heute wieder an völkerrechtswidrigen Kriegen und wird zu einer
Interventionsarmee umgebaut, um die Verteidigung deutscher Kapital- und geostrategischer Interessen in allen Teilen der Welt durchzusetzen. Fast täglich sterben Menschen unter deutscher Beteiligung in Afghanistan. Trotz gegenteilliger Beteuerung eskaliert auch die Bundeswehr diesen Krieg. Ein Ende ist nicht in Sicht. Wir sind uns mit der Mehrheit der Bevölkerung einig: Bundeswehr raus aus Afghanistan und anderswo! Damit einher geht eine zunehmende Militarisierung der Gesellschaft bis hin zum angedachten grundgesetzwidrigen Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Die zivilmilitärische Zusammenarbeit wird intensiviert: Öffentliche Gelöbnisse, Militärkonzerte, Rekrutierungsversuche in den Arbeitsagenturen, Schulbesuche und Zusammenarbeit mit Kommunen sollen das Kriegshandwerk und das Töten wieder zur Normalität werden lassen. Deutschland ist weiterhin weltweit der zweitgrößte Rüstungsexporteur und verdient kräftig mit an Mord und unendlichem Leid. Wir bleiben dabei:
Stoppt den Krieg! Bundeswehr wegtreten! NATO auflösen!

Als AntifaschistInnen fühlen wir uns auch weiterhin dem Schwur der Buchenwaldhäftlinge nach ihrer Selbstbefreiung verpflichtet:
„Wir…schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Appellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens: Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

8. Mai – Tag der Befreiung
Wer nicht feiert, hat verloren!


Am 24.04.2010 wird Mumia Abu-Jamal 56 Jahre alt; es ist sein 28. Geburtstag im Todestrakt von Pennsylvania. In der ganzen Welt und auch in der BRD wird es in mehreren Städten zu Aktionen, Demos und Veranstaltungen kommen. Auch Düsseldorf beteiligt sich an diesen Aktionen mit einer Solidaritätskundgebung vor dem US Konsulat

Am Freitag, dem 23. April 2010 ab 15.30
Treffpunkt Bertha-von-Suttner-Platz, Stadtbibliothek

Im Rahmen dieser Kundgebung wollen wir Unterschriftenlisten und Solidaritätserklärungen regionaler Organisationen und Einzelpersonen der Generalkonsulin Janice Weiner übergeben. Kommt zahlreich!

Unterschriftenlisten werden beim Heimspiel gegen 1860 München am Fanstand und vor Block 42 ausliegen! Transparente und Redebeiträge für die Kundgebung sind herzlich willkommen!!! Gruppen aus der Fanszene können gerne durch eine kurze Mail an

mumia-duesseldorf@gmx.de

als UnterstützerInnen der Solidaritätserklärung mit aufgenommen werden.

Erklärung:
Solidarität mit Mumia Abu-Jamal – Rettet sein Leben ! Der Journalist und Bürgerrechtler Mumia Abu-Jamal sitzt seit über 27 Jahren in der Todeszelle. In den USA kämpfte er seit seiner frühen Jugend gegen den dort herrschenden Rassismus und die daraus resultierende Unterdrückung der Afroamerikaner. 1982 wurde er für ein Verbrechen verurteilt, dass er nach eigener Aussage nicht begangen hat. Auch viele Menschenrechtsorganisationen sowie andere Gruppen, Institutionen und Organisationen sind von seiner Unschuld überzeugt. Tatsache ist: Der Prozess, der Abu-Jamal vor 27 Jahren gemacht wurde, war geprägt von rassistischen Äußerungen des Richters und der Manipulation des Verfahrens u.a. durch Ablehnung der afroamerikanischen Geschworenen.Anfang dieses Jahres lehnte der US Supreme Court den Antrag von Mumia Abu- Jamal auf ein neues Verfahren ab. Der parallel laufende Antrag der Staatsanwaltschaft von Pennsylvania auf die Wiedereinsetzung des Hinrichtungsbefehls gegen Mumia vor demselben Gericht ist noch nicht entschieden. Einen vorbildlichen Einsatz für die Unterstützung Mumia Abu-Jamals leistete die Stadt Paris bereits 2003, als der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë, Mumia Abu-Jamal zum Ehrenbürger der Stadt ernannte. Inzwischen haben im Rahmen einer weltweiten Solidaritätsbewegung auch mehrere deutsche Städte sich mit Mumia Abu-Jamal solidarisiert und die Aussetzung der Hinrichtung gefordert. Die Todesstrafe ist generell unter dem Gesichtpunkt der Menschenrechte nicht zu rechtfertigen und wird von uns abgelehnt. Wir lehnen die Vollstreckung des Todesurteils gegen Mumia Abu Jamal striktab und verlangen die Wiederaufnahme des Verfahrens.

weitere Informationen zur aktuellen Situation findet ihr unter

www.mumia-hoerbuch.de

Solidarität ist unsere Waffe! Freiheit für Mumia Abu-Jamal!

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Seit Oktober 2007 befasst sich in Düsseldorf eine Arbeitsgruppe mit dem Projekt „REFUGEES WELCOME“. Diese besteht aus Fortunafans, die sich im ALERTA! Netzwerk, bei den Ultras Düsseldorf und / oder im Rahmen des Fanprojektes engagieren. Die Anzahl der Aktiven dieser Gruppe variiert zwischen 5 und 20 Teilnehmer/innen – je nach dem welche Aktion oder welches Thema gerade in Planung ist.

Die Intention der Arbeitsgruppe ist es, sich mit dem Thema Flüchtlingspolitik, sowohl theoretisch und inhaltlich als auch praktisch, zu beschäftigen. Gestartet haben wir mit diversen Texten zu Flüchtlingspolitik in Düsseldorf. Des Weiteren haben wir Kontakt mit Fußballfans anderer Vereine aufgenommen, die sich schon länger mit der Flüchtlingsthematik in Deutschland beschäftigen. Wir möchten Flüchtlingen und Migrant/innen verdeutlichen: Ihr seid hier willkommen – in der Fanszene, im Stadion, in Düsseldorf. Der Ball unterscheidet nicht nach Herkunft oder anderen Klassifikationen! Und letztendlich geht es auch darum, Menschen, die Krieg und Folter gesehen bzw. erlebt haben, einfach einmal einen schönen Tag, mit Fußball als Ablenkung, zu bieten.

Der Flüchtlingsrat der Diakonie Düsseldorf wurde unser erster Kooperationspartner, um das Vorhaben, Flüchtlinge kennen zu lernen und mit diesen gemeinsam Fußballspiele der Fortuna zu besuchen umzusetzen. Im Jahr 2008 haben wir dies in die Tat umgesetzt und 20 Flüchtlinge eingeladen. Unterstützung erfuhren wir hierbei von Fortuna Düsseldorf, die unsere Aktionen mit Freikarten unterstützen. Die Flüchtlinge kamen in Begleitung zweier Vertreter der Diakonie in unser Fancafé, Anlaufstelle zahlreicher Fans. Im Rahmen des regelmäßigen Brunchangebotes vor Heimspielen, ergab sich hier die Möglichkeit, sich in lockerer Atmosphäre bei Kaffee und gutem Essen kennen zu lernen. Schnell entstanden Kontakte zwischen Fans und Flüchtlingen. Die Verständigung funktionierte zum Teil „mit Händen und Füßen“ aber auch auf Englisch und Französisch – Fußballbegeistert und gespannt aufs Spiel waren wir alle. Vom Fancafé aus machten wir uns mit einer großen Gruppe von Fans und Flüchtlingen auf den Weg zur LTU-Arena.

Für die Flüchtlinge, die zum Großteil aus afrikanischen Ländern stammten, war es das erste Mal, dass sie ein Stadion hier in Deutschland von innen sehen konnten. Das Spiel ging für die Fortuna leider verloren, ein spannender Nachmittag war es trotzdem. Mit dem Hintergrund dieser sehr positiven Erfahrungen beschlossen wir regelmäßig Flüchtlinge zu den Heimspielen einzuladen. Dies wurde in der Saison 2008/09 drei Mal umgesetzt und in der laufenden Saison  bisher zwei Mal. Weitere Besuche werden natürlich folgen.

Mittlerweile kommen auch jugendliche Flüchtlinge zu unserem Fußball Angebot im Rahmen des Fanprojektes. Hier können die Jungs und Mädels selber gegen den Ball treten, ohne einen Vereinsbeitrag entrichten zu müssen.

Das Thema Flüchtlingspolitik wurde, angestoßen durch unsere Kampagne, auch zum Thema diverser Artikel in den Fanzines bei Fortuna. Des Weiteren wurden einige Transparente gemalt – z.B. eine Überziehfahne „Refugees Welcome“ für den oberen Bereich der selbstverwalteten Kurve, ein Banner „Kein Mensch ist illegal“ und diverse Spruchbänder gegen Nazis im Stadion. Seit einiger Zeit arbeiten wir mit STAY! zusammen. Dies ist eine unabhängige, offene Anlaufstelle für Flüchtlinge und Migrant/innen
(www.stay-duesseldorf.de).

Mit einer Gruppe von 20 jugendlichen Migrantinnen und Migranten besuchten wir im Herbst 2009 ein Fortunaspiel. Anschließend luden wir diese zur „After Game- Party“ ins Fancafé ein. Zwei der Jungs aus dieser Gruppe sind inzwischen bei fast jedem Spiel der Fortuna anzutreffen.

Alles in Allem kann die bisherige Entwicklung des Projektes “REFUGEES WELCOME” als voller Erfolg gewertet werden. Zum einen wurde einigen Jungs und Mädels, die sonst im Leben nicht so viel zu lachen haben, ein schöner Tag beschert. Zum anderen schafften wir es, das Thema “Flüchtlings-(und Migrations)politik“ in der Fortuna-Fanszene präsent und zugänglich zu machen und gleichzeitig neue Fans für unseren Verein zu gewinnen. Dass viele Fans auf uns zu kamen und sich interessiert zeigten, rundet das ganze ab und bestätigt unseren positiven Eindruck. Es ist einfach ein schönes Gefühl zu erleben wie unser Sport die Menschen verbinden kann.

Wenn auch du dich näher mit der Flüchtlingssituation in Düsseldorf beschäftigen möchtest, bieten die Mitglieder von Alerta Düsseldorf gerne Einblick in die Thematik.

Fußball ohne Grenzen – Refugees Welcome !